Patanjalis Yoga Sutra

Das Yoga Sutra gilt wohl als einer der Hauptleitfäden fürs Yoga. Wann es entstanden ist, ist etwas fraglich und nicht ganz sicher. Es wird gesagt, dass es ca. um 400 bis 200 v. Chr. entstanden ist. Patanjalis Werk besteht aus 195 kurzen, einzelnen Sutren bzw. Versen, die sich umfassend mit dem Weg des Yoga befassen. Sutra bedeutet „Faden“ und gilt als klassische Dichtungsform des Sanskrits.
Patanjali stellt im Sutra Yoga als Möglichkeit dar in die meditative Versenkung zu gelangen.- in einen Zustand des vollkommenen Seins. Was zunächst etwas abstrakt klingt ist letztlich eine Bündelung von Empfehlungen zur Innereren Haltung und Überwindung von Hindernissen auf dem Pfad unseren Geist auszurichten. Er legt den Schwerpunkt dabei immer wieder auf die Kontrolle des Geistes. Dabei gibt er keinerlei Beschreibung der einzelnen Übungen, viel mehr gibt er Beschreibungen des Zustands und der Art und Weise der Ausführung.
In einer Zeit in der wir Menschen unserem eigenen Bedürfnis, Leiden zu vermeiden und friedlich miteinander und mit uns zu leben, selber im Weg stehen, ist Patanjalis Werk nach wie vor aktuell.

Die vier Kapitel des Sutra

Kapitel 1: Samadhi Pada (= Versenkung)

Im ersten Kapitel beschreibt Patanjali was Yoga ist:
Yoga ist der Weg der Selbstverwirklichung hin zur wahren Natur. Hier beschreibt er die tiefe Versenkung in sich selbst, umso in den Kontakt mit dem wahren Wesenskern zu gelangen. Dabei zeigt er auch welche Hindernisse dorthin überwunden werden müssen: Körperliche Einschränkungen, Stumpfsinn, Zweifel, Arroganz, Faulheit, Ablenkung, Fanatismus, Ziellosigkeit und Unbeständigkeit müssen mit Hilfe von Beständigkeit und Beharrlichkeit hinter uns gelassen werden damit wir das eigentliche Ziel erreichen.

Wichtige Sutren:

1.2. Yoga ist das zur Ruhe bringen aller Gedankenmuster
1.3. dann ruht der Sehende in seinem wahren Selbst.
1.3.2. zur Beseitigung der Hindernisse sollte man sich auf das Ziel ausrichten.
Kapitel 2: Sadhana Pada (= Praxis)
Dieses Kapitel beschreibt die konkrete spirituelle Praxis. Notwendig dafür sind 3 wichtige Elemente:
1. Tapas: leidenschaftliches Üben verbunden mit der nötigen Disziplin.
2. Svadhyaya: Selbsterforschung
3. Ishvarahpranidhana: Hingabe an die Quelle -> Vertrauen in etwas Höheres

Zudem nennt er die 5 Hauptursachen für unser Leiden: das Nicht-Verstehen der wahren Natur des Seins, Ich-Zentriertheit (Egoismus), Haben-Wollen (Gier), Nicht-Habenwollen, Anhaften an körperliches Dasein.
Patanjali benennt in diesem Kapitel auch die ersten 5 „Glieder“ des 8-gliedrigen Pfades, die auf dem Weg aus dem Leiden gemeistert werden müssen.
1. Yama: Empfehlungen für den Umgang mit anderen
1.1. Nicht-Schaden, Gewaltlosigkeit
1.2. Ehrlichkeit
1.3. Nicht-Stehlen
1.4. Leben im Bewusstsein der Quelle aus der wir kommen, keine Energieverschwendung
1.5. Nicht-Greifen
2. Nyama: Empfehlungen für den Umgang mit sich
2.1. Reinheit
2.2. Zufriedenheit
2.3. Eifriges Üben
2.4. Selbsterforschung
2.5. Hingabe an die Quelle aus der wir kommen
3. Asana: körperliche Übung
4. Pranayama: Umgang mit der Lebensenergie durch Atem und Energielenkung
5. Pratyahara: das Zurückziehen der Sinne nach Innen

Wichtige Sutren:

2.1. Kriya Yoga ist der praktische Weg des Yoga
2.3. fünf Hauptursachen für das Leid…
2.29. acht Elemente des Yoga
2.30. Umgang mit anderen…
2.32. Umgang mit sich selber

Kapitel 3: Vibhutipada (Loslösung)

Zuerst erklärt Patanjali die letzten 3 Pfade des 8-gliedrigen Pfades:
6. Dharna: Konzentration
7. Dhyana: Mediation
8. Samadhi: Versenkung

Wenn wir weiterlesen erfahren wir, was uns am Ende des Pfades erwartet- ein Prozess der inneren Transformation bei dem man Fähigkeiten sogenannte „Vibhutis“ entwickelt. Diese Fähigkeiten sind letztlich die Sensibilisierung der Sinne und die Ausrichtung auf die wahre Natur. Das bedeutet laut Patanjali, das wir unsere Chakren-Zentren wahrnehmen können und die Fähigkeit erlangen unsere Aufmerksamkeit durch Energielenkung zu steuern.

Wichtige Sutren:

3.24. Ausrichtung auf Freundlichkeit und andere positive Qualitäten führt zu deren Krafterlangung.
Kapitel 4: Kaivalyapada (Freiheit als Ziel)
Patanjali stellt hier noch einmal den höheren Zusammenhang unserer Existenz dar. Wir sind auf der Welt um Erkenntnisse zu sammeln. Dafür müssen wir uns befreien von dem was wir nicht sind. Yoga kann uns auf diesem Weg der Befreiung helfen.

„Die Kraft reinen Bewusstseins ruht in sich selbst“

Wichtige Sutren:

Da nun alle Schleier und Unvollkommenheit entfernt sind, ist die Erkenntnis grenzenlos. So bleibt nur noch wenig zu wissen.

By |2019-05-15T14:52:47+00:00Mai 15th, 2019|Basic|0 Comments

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Berlin| inspirations| life| collecting moments Hallo, Namaste und willkommen auf meinem Blog Mein Name ist Caro (eigentlich Svenja Carolin, aber viele nennen mich nur „Caro“ oder „Svenja“) und ich bin zertifizierte Hatha/Vinyasa Flow Yogalehrerin. Und ich arbeite als Assistentin im Personalbereich beim Rundfunk. Ich liebe Yoga, Meditation, Netflixen, MatchaLatte und all die kleinen Dingen auf der Welt. Auf diesem Blog schreibe ich über Yoga, meine Yogareise, Essen und meine Gedanken. Die Welt hat so viel zu bieten und wir sollten alle versuchen mehr auf die kleinen positiven Dinge zu achten und viel verständnisvoller mit uns und anderen umgehen. Wenn du irgendwelche Fragen hast oder einfach nur „Hallo“ sagen magst, scheu dich nicht mir zu schreiben.

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